Liebe Mopsfreunde, wie ich bereits angekündigt hatte gibt es in Bezug auf die Genetik neue Erkenntnisse zur Farbe Silbergrau.
Leider konnten die jüngsten DNA-Tests nur etwas “Licht ins Dunkle” bringen, das größte Geheimnis behält diese außergewöhnliche Farbe
noch für sich, nämlich seine genetische Herkunft.
Wie viele wissen, gingen wir davon aus, dass unser Silver/Grey im Genotyp beige
(k^y/k^y) ist. Ohne Gentest und rein nach den Zuchtergebnissen, war es so anzunehmen. Warum? Ganz einfach, der Silbergraue vererbt
niemals Schwarz und wie wir wissen ist dies die dominanteste Farbe im Genom des Hundes!
Bei Silbergrau/Beige Verpaarungen kommen
nur beige und silbergraue Welpen hervor. Wäre also die Farbe Schwarz im Spiel müsste sich diese doch durchsetzen, oder? Tja, die Natur
geht ihre eigenen Wege.
2010 hatten wir einen Wurf aus der Verpaarung Stoney (Silbergrau) und unserer Franzi (mischerbig Schwarz).
Das Ergebnis war, 1 x Beige, 2 x Schwarz und 2 x Silbergrau. Dies war so zu erwarten, denn wir wussten, dass bei Silbergrau/Schwarz
(mischerbig) Verpaarungen auch schwarze Welpen fallen können., weil ja das “Schwarze Gen” K^B vom jeweils schwarzen Elterteil vererbt
wird.
Zu dieser Zeit habe ich jedoch von Silbergrauen Welpen gehört die in, auch sehr angesehenen, Zuchtstätten in USA, aus
Schwarz/Beige Verpaarungen hervorgekommen sind. Die Schwarzen aus diesen Verpaarungen stammten jedoch auch aus Schwarz/Schwarz Verpaarungen,
es war in deren Pedigree kein Silbergrauer ersichtlich. Das machte mich doch etwas stutzig und so entschied ich mich, die schwarzen
und silbergrauen Welpen sowie unseren Rüden Stoney auf dem K-Lokus testen zu lassen. Das Ergebnis ließ mich beinahe vom Stuhl fallen.
Stoney, wie auch die beiden silbergrauen Welpen sind im Genotyp heterozygot Schwarz, also K^B/k^y ?! Die beiden schwarzen Welpen waren,
1 x K^B/k^y also heterozygot und 1 x K^B/K^B also homozygot Schwarz.
Ich konnte es nicht fassen und hatte Zweifel am Testergebnis,
dies teilte ich auch dem Labor LABOKLIN mit. Diese waren so zuvorkommend und haben extra für mich die Tests in einem der größten Labors
in USA (VetGen) bestätigen lassen! Es ist also Fakt, dass der Silbergraue im Genotyp Schwarz ist!
Wie kann das sein? Schwarz ist doch
die dominanteste Farbe? Warum ist der Hund nicht schwarz im Phänotyp?
Eine Dilution durch d/d, konnte ich zu diesem Zeitpunkt bereits
ausschließen, denn Anfang 2010 nahm sich die Uni Bern bereits unserer Silbergrauen an und teste die mit ihrem patentierten Gentest
auf Dilution. Es gab zwar auch hier ein überraschendes Ergebnis, doch dies betraf nicht unseren Rüden Stoney. Er trägt KEINE Dilution,
wurde als D/D getestet!
Wir haben inzwischen alle zu diesem Zeitpunkt “testbaren” Loki bei Stoney auswerten lassen, dies ist das Ergebnis:
a^y/a^y
- B/B - D/D - E/E - E^M/E^M - K^B/k^y - und zu guter letzt der sogenannte
Silver-Lokus (Merle-Faktor) mit m/m, was heiß dass KEIN Merle Faktor vorhanden ist !
Daraus ist zu erkennen, dass KEIN bekanntes
Gen vorhanden ist welches die schwarze Farbe verdünnt, aufhellt oder “verhindert”. Laut diesen Ergebnissen müsste Stoney also SCHWARZ
sein !! Tja, aber das ist er und alle anderen Silbergrauen eben nicht!
Meine Theorie ist, dass es sich um ein zusätzliches Gen
handelt, welches co-dominant zu K^B ist und die Eumelaninproduktion teilweise verhindert, eventuell ein abgeschwächtes Tyrosinase-Gen.
Ich
habe bis jetzt KEINE andere Hunderasse entdeckt in der es diesen oder einen ähnlichen Farbschlag gibt. Bei meinen Recherchen bin ich
aber auf das “Marderkaninchen” gestoßen, der sogenannte Typmarder, der Marder braun und der blaue Marder haben fast die gleiche
Farbgebung wie unsere Silbergrauen. Und laut Studien des Genetikers Dr. Hochstrasser, kommt die Farbgebung beim Marderkaninchen durch
ein Tyrosinase-Gen zustande. Auch bei einigen Rassen der Katze gibt es ähnliche Farben, denen dieses Gen zugrunde liegt.
Ein deutliches
Kennzeichen dieser Farbgebungen ist die Tatsache, dass die Farbverteilung auf dem Körper von der Körperwärme abhängig ist.
Hier noch ein kleiner Überblick der Farbvererbung des Silver/Grey, basierend auf der Zuchtarbeit von Sandy Peterson und Auswertung
einiger Pedigrees.
Verpaarungs-Varianten und deren Ergebnis:
Silver/Grey x Beige = 50/50 beide Farben
Silver/Grey x
Schwarz (mischerbig) = Beige, Schwarz und Silver/Grey zu gleichen Teilen
Silver/Grey x Silver/Grey = je nach Abstammung der Elterntiere,
entweder 50/50 Beige, Silver/Grey
oder 100 % Silver/Grey
Hinweis: Ein beiger Mops aus einer Silver/Grey-Verpaarung vererbt kein Silver/Grey!
Marder braun
Foto: Thomas Seidewitz
Mops Silbergrau
Foto: Uschi Zietsch (WillowBee's A Mr. Little)
Anhang zur Info: Bei den Test der Uni Bern bezüglich Dilution wurde festgestellt, dass es Silbergraue mit Dilution gibt (d/d), diese
hat jedoch so gut wie keine Auswirkung auf dessen Phänotyp. Erstaunlich ist jedoch, dass bei dem mit Dilution gestesteten Tier, das
zweite Allel d von einem beigen Mops aus einer sehr bekannte US-Zuchtstätte stammte. Wir können also davon ausgehen, dass unsere Möpse
durchaus auch das Dilute-Gen in sich haben!
Es gibt immer noch einige offenen Fragen zur “Silbergrau-Vererbung”, z.B.:
1.
Gibt es“Silbergrau-Träger”?
Wenn wir von oben genannter Theorie ausgehen: JA, jedoch nur bei schwarzen Nachkommen.
Wie ich berichtete
war ein schwarzer Welpe aus unserem Wurf homozygot Schwarz, also K^B/K^B. Das heißt er trägt ein “normales” K^B von seinem schwarzen
Elterteil und ein K^B mit der “Anhaftung” des Tyrosinase-Gens also Silbergrau, bezeichnen wir dieses mal als K^B SG
Das schwarze Gen
ist immer noch dominant, also ist der Hund im Phänotyp Schwarz. Jedoch müsste dieser Hund nun ein “Silbergrau-Träger” sein, denn sein
zweites K^B trägt das “Silbergrau-Gen”. Bestätigen kann uns diese Theorie nur weitere Zuchtarbeit! Bei Verpaarung mit einem
beigen Mops, müssten ja dann auch silbergraue Welpen fallen! Wir werden es sehen…..
2. Gibt es homozygot Silbergrau?
Wenn wir
von oben genannter Theorie ausgehen: JA
In einer deutschen Zuchtstätte fielen aus einer Silbergrau/Silbergrau Verpaarung neben
beigen auch zwei silbergraue Welpen. Diese Welpen wurden auf dem K-Lokus getestet, das Ergebnis war: 1 x K^B/k^y also laut unserer
Theorie K^B SG /k^y und 1 x K^B/K^B also laut unserer Theorie, da im Phänotyp Silbergrau K^B SG/K^B SG also theoretisch ein
homozygot (reinerbig) Silbergrauer!! Bestätigen kann man diese Reinerbigkeit derzeit nur durch Zuchtergebnisse. Dieses Tier dürfte
bei Verpaarungen mit beigen Tieren, nur silbergraue Nachkommen “produzieren”.
Auch im Phänotyp unterscheidet sich dieser reinerbige
Silbergraue bereits deutlich von den mischerbigen Silbergrauen: Er ist deutlich heller!!